Neue Züge auf neuen Gleisen

Wie aus einer runtergekommenen, sanierungsbedürftigen Bahnstrecke ein attraktives Nahverkehrssystem werden kann, sieht man im Landkreis Tuttlingen an vielen Stellen.

(2006) Im Rahmen der Einführung des Ringzugsystems (www.der3er.de) wurde auch die Wutschtalbahn nach 37 Jahren reaktiviert. Die alten Schienen und Schwellen wurden, wie auch bei der Fichtelgebirgsbahn, restlos entfernt. Danach wurde die Strecke praktisch wieder neu erbaut. Ob die Schienen nun 2 Monate oder 2 Jahre zuvor rückgebaut wurden spielt hierbei keine Rolle. Die drei Bilder (Vorher – Bau – Fertiggestellt) zeigen die Sanierung am Beispiel des Haltepunktes Hausen. Bei dem Bau wurden neue Schienen aber jedoch gebrauchte Schwellen verwendet. Die Strecke ist auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zugelassen. Also eine Vorgehensweise, die auch für die Fichtelgebirgsbahn denkbar wäre. Erleichtert wurde der zügige und kostenbewusste „Neubau“ durch die Tatsache, dass sich die Bahnstrecke in kommunalem Besitz befindet. Die Stadt Blumberg als Eigentümerin betreibt auch die Sauschwänzlebahn (www.sauschwaenzlebahn.de), einen sehr bekannten Abschnitt im weiteren Verlauf der Wutachtalbahn von Blumberg bis nach Weizen.

Hier verkehren von Mai bis Oktober regelmäßig Dampfzüge.

Der Abschnitt im Landkreis Tuttlingen (Immendingen – Leipferdingen) wird Mo-Fr im Stundentakt und am Wochenende im Zweistundentakt bedient. Zum Einsatz kommen moderne Triebwagen des Typs RS-1. Beauftragt ist die Hohenzollerische Landesbahn, die in Immendingen ein Betriebswerk für die insgesamt 20 Triebfahrzeuge errichtet hat. Auch im Mai bis Oktober verkehrt an Wochenenden ein Rad-Wanderzug (Naturparkexpress) mit einem speziellen Fahrradwagen auf dieser fast 40 Jahre stillgelegten Strecke.

Beispiele wie im Landkreis Tuttlingen zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, mit Investitionen in die Schieneninfrastruktur und einem entsprechenden Zugangebot eine ganze Region aufzuwerten.



Letzte Änderung am Montag, 05. November 2007